Sechzehn Jahre sind vergangen, seit Erykah Badu ihr letztes reguläres Studioalbum veröffentlicht hat. Für "Before the World Blows" hat sie sich recht überraschend mit The Alchemist zusammengetan. Der Produzent steht für eine staubige, reduzierte Hip-Hop-Ästhetik. Und am Ende passt das alles erstaunlich gut zu Badus eigenwilliger Vorstellung von Soul. (superfly.fm)
The Alchemist hält sich dabei bewusst zurück. Seine Beats sind düster, körnig und bisweilen psychedelisch, DJ Quik ergänzt zusätzlich mit Percussions. Darüber bewegt sich Badu gewohnt frei zwischen Gesang, Spoken Word und jener lässigen Phrasierung, die längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist.
"Before the World Blows" versucht dabei gar nicht erst, an das Meisterwerk Baduizm oder ihre großen Platten der Vergangenheit anzuschließen. Das Album ist dunkler, fragmentarischer und stellenweise bewusst sperrig. Gerade deshalb funktioniert die Zusammenarbeit mit The Alchemist so gut: Er baut keine Hochglanzkulisse für eine Soul-Ikone, sondern lässt ihr genügend Raum für all die Ideen, Abschweifungen und kleinen Verrücktheiten.
Die Gästeliste ist prominent: Steve Lacy, Kamasi Washington, Earl Sweatshirt, Thundercat und viele andere huldigen geradezu eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihres Fachs. "Before the World Blows" ist dabei weniger großes Comeback als konsequente Weiterentwicklung. Keine Nostalgie, sondern ein eigenwilliges, reduziertes und stellenweise bewusst sperriges Album. Es lohnt jedenfalls, öfters zu hören.