Zwischen Memphis und Philadelphia, der South Bronx und Wien: Ignaz Tschinön ist ein musikalischer Globetrotter, der sich wenig um Genregrenzen schert. Hinter dem Namen steckt der Wiener Multiinstrumentalist Matthias Nowak, der mit „Parasympathikus“ jetzt sein Debütalbum vorlegt und dabei Funk, frühen Hip-Hop, Soul und großspurigen Jazz zu einem eigenwilligen Klangkosmos verbindet. (superfly.fm)
Das Fundament bilden ein knackiger Groove, jazzige Bläser und ein ausgeprägtes Gespür für Rhythmus und Arrangement. Darüber legt Tschinön seine Texte im Wiener Dialekt, geprägt von Schmäh, Selbstironie und einer guten Portion Größenwahn. Das klingt mitunter so, als wäre der Wiener Beislphilosoph in einem verrauchten Club der Siebzigerjahre auf eine Funkband getroffen, die gerade erst den Hip-Hop für sich entdeckt hat.
Dabei ist „Parasympathikus“ keine nostalgische Fingerübung, sondern ein musikalischer Streifzug mit überraschenden Wendungen. Tschinön lässt unterschiedliche Einflüsse aufeinanderprallen, wechselt zwischen lässigem Groove und jazziger Opulenz und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst. Gerade diese Unberechenbarkeit macht den Reiz aus: Man weiß nie ganz, wo die Reise hingeht,
Mit seinem Debüt beweist Ignaz Tschinön, dass sich musikalische Weltläufigkeit und Wiener Eigenart keineswegs ausschließen. „Parasympathikus“ ist ein ebenso verspieltes wie ambitioniertes Statement zwischen internationalem Funk-Vokabular und lokaler Sprachkunst. Oder anders gesagt: eine ziemlich vergnügliche Achterbahnfahrt, bei der man sich ruhig einmal treiben lassen darf.