6 July 2026

Superfly Album der Woche | Jessie Reyez - "A Little Vengeance"

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Bei Jessie Reyez war Liebe nie nur romantisch. Sie kann wunderschön sein, aber auch chaotisch, schmerzhaft und manchmal ziemlich wütend. Genau dort setzt ihr neues Album „A Little Vengeance“ an. Der Titel bedeutet so viel wie „Ein bisschen Rache“ und geht auf ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche zurück: Ein bisschen Rache sei menschlicher als gar keine. (superfly.fm)

Shownotes

Bei Jessie Reyez war Liebe nie nur romantisch. Sie kann wunderschön sein, aber auch chaotisch, schmerzhaft und manchmal ziemlich wütend. Genau dort setzt ihr neues Album „A Little Vengeance“ an. Der Titel bedeutet so viel wie „Ein bisschen Rache“ und geht auf ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche zurück: Ein bisschen Rache sei menschlicher als gar keine. 

Die kanadisch kolumbianische Sängerin aus Toronto gehört seit ihrem Durchbruch mit „Figures“ zu den eigenwilligsten Stimmen des Alternative R&B. Sie singt, rappt, flüstert, kratzt und kippt manchmal mitten im Satz von verletzlich zu angriffslustig. Genau diese Unberechenbarkeit zieht sich auch durch ihr mittlerweile viertes Album.

Auf 17 Tracks verarbeitet Reyez vor allem die emotionalen Trümmer komplizierter Beziehungen. Da geht es um Untreue, nächtliche Gedanken an Menschen, die man längst vergessen wollte, um verletzten Stolz und all die Dinge, die man nach einer Trennung theoretisch tun könnte…und dann vielleicht doch lieber lässt. Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Alternative R&B, Soul, HipHop und intimen Balladen. Dazwischen stehen gesprochene Interludes, trockener Humor und Momente, in denen sie den Blick plötzlich auf sich selbst richtet. 

 „A Little Vengeance“ ist tatsächlich weniger Rachefeldzug, sondern viel mehr ein inneres Streitgespräch. Zwischen Wut, Vernunft, Ego und Selbstkritik. Am Ende steht nicht der große Triumph über jemand anderen, sondern etwas Schwierigeres: das eigene Ego loszulassen. 

Anspieltipps der Musikredaktion:

  • Ain’t U Tired? (with Muni Long)
  • N-Y.F.F.
  • Fuck You Jessie