Wenn eine Stimme klingt, als hätte sie jahrzehntelang zwischen Motown, Philly Soul und einem gut gepflegten Stapel alter R&B-Platten gelebt, dann gehört sie vermutlich October London. Auf seinem neuen Album "Love Me For Me" führt der Sänger jene klassische Soul-Tradition fort, die ihn seit "The Rebirth of Marvin" zu einer der markantesten Stimmen des zeitgenössischen R&B gemacht hat. (superfly.fm)
Produziert wurde das gesamte Album von Snoop Dogg und Soopafly. Gemeinsam schaffen sie einen warmen, detailreichen Sound: elegante Streicher, geschmeidige Basslinien und Arrangements, die bewusst an die großen Soulproduktionen der Siebziger erinnern, dabei aber nicht zur bloßen Retroübung werden. Im Zentrum steht Londons samtige, bisweilen verletzliche Stimme.
Inhaltlich kreisen die zehn Songs um Liebe in all ihren weniger übersichtlichen Formen: um Begehren und Hingabe, um Nähe, Zweifel und die Frage, ob man auch dann geliebt wird, wenn die Fassade zu bröckeln beginnt. Stücke wie „Body Talk“, „Your Girl“ oder das bereits erfolgreiche „Silent Treatment“ zeigen dabei unterschiedliche Seiten eines Albums, das Romantik nicht mit Naivität verwechselt.
"Love Me For Me" ist klassischer Soul mit zeitgenössischem Selbstbewusstsein: sinnlich, sorgfältig produziert und emotional genug, um auch hinter der makellosen Oberfläche Spuren zu hinterlassen. October London erfindet das Genre nicht neu – aber er erinnert eindrucksvoll daran, weshalb dieser Sound nie wirklich alt geworden ist.
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