Kaum ein Produzent hat die Klangsprache moderner Bassmusik so nachhaltig geprägt wie Adrian Sherwood. Seit den späten 1970er-Jahren bewegt sich der Londoner zwischen Dub, Reggae, Post-Punk, Industrial und elektronischer Musik und hat dabei einen völlig eigenen Sound geschaffen: roh, experimentell und radikal offen für Grenzüberschreitungen. Mit seinem Label On-U Sound wurde Sherwood zu einer Schlüsselfigur der britischen Underground-Kultur und arbeitete mit Künstlern wie Lee Scratch Perry, Depeche Mode, Nine Inch Nails, The Slits oder Primal Scream zusammen. (superfly.fm)
Sherwood gilt als einer der großen Klangarchitekten des Dub außerhalb Jamaikas. Sein Markenzeichen: das Mischpult als Instrument zu begreifen und mit Echo, Delay und Bass völlig neue musikalische Räume zu erschaffen. Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg verband er jamaikanische Soundsystem-Kultur mit Punk-Energie, Hip-Hop, Industrial und elektronischer Clubmusik, lange bevor Genregrenzen in der Popmusik selbstverständlich verschwammen.
Bis heute arbeitet Adrian Sherwood kompromisslos weiter an neuen Klangideen. Auch aktuelle Projekte zeigen, dass er nicht nostalgisch zurückblickt, sondern Dub immer wieder neu denkt, als offene Methode, Musik zu zerlegen, neu zusammenzusetzen und in die Zukunft zu führen.
Adrian Sherwood ist Gast beim Dub Champions Festival im Flucc. Gerald Travnicek hat vorab mit ihm telefoniert.