„Summer Sweat“ von Hannah Cohen ist keine Tropenparty, kein glitzernder Pooltrack, sondern ein sinnlich flirrendes Porträt jener Momente, in denen Sommer nicht nur draußen, sondern tief unter der Haut passiert. Die in Kalifornien geborene und in New York gereifte Sängerin, einst als Model und Muse gefeiert, schafft mit ihrer Musik eine ganz eigene Ästhetik: sinnlich, melancholisch und dabei immer sehr körperlich. (superfly.fm)
Schweiß auf der Haut, klebrige Stühle, Salzwasserlippen, Nähe, Verlangen. „Do you remember, how the chair stuck to the backs of your legs and neck?“ – selten hat eine Textzeile die Erfahrung eines heißen Sommertags so präzise und sinnlich eingefangen. Cohen's Stimme haucht sich durch das Stück, begleitet von einem weichen, fast hypnotischen Arrangement. Es geht nicht um große Refrains, sondern um Stimmung: eine leicht verwischte Erinnerung an einen Sommer, in dem Begehren und Temperatur untrennbar verschmelzen.
„I need your love, I can’t stop, can’t get enough“ – das wiederholt sich fast wie ein Mantra, als würde das Verlangen mit der Hitze steigen. Und wenn sie von „salty lips like candy“ singt, wird klar: Hier geht es um das Süße und das Rohe des Sommers zugleich. Der Soundtrack für die langsamen Stunden zwischen Nachmittag und Abend, wenn die Welt glüht, aber alles in Zeitlupe scheint.
Sammy Lorenz für Radio Superfly.