Todd Michael Bridges wird 1989 in Atlanta geboren und wächst in Fort Worth, Texas auf. Für seine eigene Musikkarriere fühlt sich der Name Todd nicht ganz richtig an. Weil Leute finden, dass er dem Schauspieler Leon Robinson ähnlich sieht, wird aus Todd irgendwann Leon, und sein Künstler Name Leon Bridges steht fest. Aufgewachsen in einem religiösen Haushalt, singt seine Großmutter in der Kirche, weltliche Musik ist Zuhause nicht wirklich erwünscht. Eine Usher-CD, die sein Vater ihm schenkt, versteckt der Teenager deshalb lieber. (superfly.fm)
Bevor Leon Bridges zum Soul-Star wurde, war er Tänzer. An der Uni beschäftigt sich Bridges zunächst mit Tanz, von Hip-Hop über Ballett bis Jazz. Dann kommt die Gitarre dazu. Ein paar einfache Akkorde, eigene Texte und irgendwann die ersten Open-Mic-Abende. Damals nennt er sich noch „Lost Child“. 2010 schmeißt Bridges das College, um seine Mutter zu unterstützen. Er arbeitet als Service-Kraft in Restaurants und spielt nebenbei weiter seine Songs. Einer davon heißt „River“. Ein anderer, „Lisa Sawyer“, ist seiner Mutter gewidmet und wird zum frühen Schlüssel für seinen Sound.
Dann geht plötzlich alles schnell: Austin Jenkins und Joshua Block von White Denim hören Bridges, produzieren mit ihm erste Aufnahmen auf Vintage-Equipment und 2014 landet „Coming Home“ auf SoundCloud. Kurz darauf Columbia Records. Der Rest klingt fast zu perfekt: Debütalbum, Grammy-Nominierung, Auftritte bei SNL und im Weißen Haus. Doch Bridges bleibt nicht im Retro-Soul stehen. Und genau da liegt vielleicht sein größtes Talent: Leon Bridges bewahrt seine Wurzeln, ohne darin stecken zu bleiben.
Sammy Lorenz für Radio Superfly